Das HUD für jeden Tag

Auf der HMI 2007 stellte Rittal im Rahmen seiner Präsentation “Faszination Zukunft” die Idee einer Brille vor, auf die in Echtzeit Daten zur Reparatur oder Wartung einer Maschine vor das Auge des Technikers schickt – ein Head-Up-Display für die Montage quasi. Damals eine spannde Sache – die jetzt von einem Giganten der Internet-Welt in die Tat umgesetzt wird. Im Rahmen des “Projekt Glass” soll eine Augmented-Reality-Brille entstehen, die Informationen direkt vor das Auge wirft. Ein Blick auf das Smartphone braucht man dann nicht mehr werfen.

Die Brille soll auf Android basieren – und könnte damit einen offenen Standard bieten, auf den sich auch die Industrie stürzen kann. Sobald die Daten online sind, könnten Techniker damit schnell zu defekten Maschinen geleitet werden und ihnen die Montageanleitung aufgespielt werden. Für die Technik-Nerds ist sie in jedem Fall interessant. Einen Erscheinungstermin gibt es noch nicht.

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Glas klar

Das iPad hat schon was. Es ist Lesegerät, Minicomputer und Spielconsole in einem – und gilt als das Werkzeug, dass den Übergang von Print- zu Online-Medien beschleunigt. Erst jüngst ist eine neue Version herausgekommen. Das besondere Highlight: Das Glas. Besonders kratzfest, ist es das Eingabemedium der Zukunft. Für alles – wie sehr schön das Video von Corning zeigt.

“A Day made of Glas” ist zwar noch eine Zukunftsvision – aber eine verdammt realistische. Und die Möglichkeiten der Technik sind enorm. Das haben nun auch einige Firmen aus der Industrie erkannt und bieten in einem ersten Schritt Panel-PCs an, die einem iPad verdächtig ähnlich sehen, wie man bei BuR und Hummel sehen kann. Da ist eine Revolution in vollem Gange.

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Mangelerscheinung

Mangelerscheinung

Der Kampf um gut ausgebildete Fachkräfte hat längst begonnen. So nutzten zahlreiche Unternehmen die Hannover Messe um Ausschau zu halten – Ausschau nach Ingenieuren. VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs bezeichnet die aktuellen Zahlen sogar als alarmierend. „Der aktuelle VDI/IW-Ingenieursmonitor für März 2012 weist aus, dass in Deutschland derzeit 110.400 offene Ingenieursstellen existieren. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im August 2000.“ Und die Lage spitzt sich weiter zu. Fehlten 2010 im Schnitt noch 61.000 Ingenieure monatlich, sind es aktuell nahezu doppelt so viele.

Auch aus den Gesprächen mit einigen Ausstellern der Hannover Messe ging hervor, dass es alles andere als einfach ist, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Zudem sind die guten alten Zeiten, in denen nur die Arbeitgeber fordern dürfen, längst vorbei. Heute prüfen die Absolventen genau, welcher Arbeitgeber zu ihnen passt und wo sie ihre Ansprüche am besten verwirklichen können. Wer bietet Chancen aufzusteigen und wer Weiterbildungsmöglichkeiten? Welches Arbeitsklima herrscht im Unternehmen und welchen Stellenwert nimmt Kollegialität ein?

Allein das Gehalt ist für den potenziellen Kandidaten nicht mehr entscheidend. Mehr und mehr wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit geachtet – und auf den Standort des Unternehmens. Auch die Sicherheit des Jobs steht wieder hoch im Kurs. Das heißt, wenn die Unternehmen den Kampf um den Bewerber für sich entschieden haben, gilt es, ihn auch zu halten. Denn jeder Mitarbeiter, der ein Unternehmen verlässt, bedeutet auch Know-how-Verlust.

Bleibt uns nur zu wünschen, dass den Arbeitgebern die Situation bewusst ist…

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Der Rückkehrer

Bernhard Schroth heißt der neue Chefredakteur der INSPECT. Er kehrt zu seiner publizistischen Heimat zurück, wie er selbst sagt:

Daheim, ein schönes Wort, das Vertrautheit verspricht und in mir gute Gefühle auslöst. Mit meinem Wechsel auf den Stuhl des Chefredakteurs der INSPECT ist für mich ein Stück einstiger Vertrautheit zurückgekehrt, denn ich bin dem Thema Bildverarbeitung wieder näher gerückt.

Die Bildverarbeitung hatte mich über fast zwei Jahrzehnte hinweg beruflich in ihren Bann gezogen. Erst als tüftelnder Anwender in den Geowissenschaften, dann professionell in Vertrieb und Marketing auf der Seite der Anbieter und schließlich als Zeitschriftenmacher mit der GIT Publikation „Imaging & Microscopy“. Die Bildverarbeitung hat mich persönlich interessiert und ihre praktisch realisierte und theoretisch vorstellbare Einsatzbreite hat nie aufgehört, mich zu  faszinieren. Mit den Erfahrungen und Eindrücken, die sich mir einprägt haben, blieb etwas hängen, das man nicht einfach mit dem Mantel an der Garderobe abgeben kann. Nach einigen Jahren der Abstinenz, während derer ich mich in andere Themenfelder hineingearbeitet habe, bin ich jetzt wieder daheim, bei der Bildverarbeitung.

Jeder Wechsel bringt Neues, bring Herausforderungen, bringt Chancen. Die INSPECT bedeutet für mich alles drei.

Vision, Automation und Control, die Hauptrubriken unserer INSPECT,  enthalten viel Vertrautes, das ich in der Material- und Werkstoffkunde, in der Medizin und den Biowissenschaften oder in Verbindung mit Fragestellungen der Qualitätskontrolle kennengelernt habe. In den deutlichen Unterschieden steckt die neue Faszination für mich, in den verwendeten Technologien und den unglaublich vielschichtigen und anspruchsvollen Lösungsansätzen aus den „Hexenküchen“ der Experten.

Im Rahmen meiner eigenen Erfahrungen hatte mir der Einsatz automatisierter Mikroskope und Kreuztische schon eine Idee von dem gegeben, was Vision, Automation und Control bedeuten können. Ich hatte aber auch erkannt, dass beim Schritt heraus aus dem Labor und hinein in die industrielle Umgebung die Karten neu gemischt werden.

Trotz aller Unterschiede zwischen Labor- und Feldanwendungen gibt es natürlich auch die große und stabile Klammer. Es ist die Herausforderung, das menschliche Sehen ein Stück weit nachzuvollziehen. Und genau hier entfaltet sich die unwiderstehliche Anziehungskraft des Themas. Egal aus welcher Perspektive und mit welcher Zielsetzung man an diese ungeheure physiologische Leistung herangeht.

Einen Nagel mit wenigen Schlägen in eine hölzerne Tischplatte zu treiben, ist eine menschliche Leistung, die niemanden besonders beeindruckt, sofern der Tisch nicht aus der Zeit Ludwig XIV stammt. Ebenso schaffen es die meisten, einen randvollen Suppenteller vom Topf zum Tisch zu tragen. Den Flüssigkeitsspiegel immer fest im Blick behaltend. Verbindet man dem Hämmernden jedoch die Augen, und schaut beim Transport der Suppe starr auf den vor sich liegenden Tisch, so werden beide Aktionen zu einem echten Abenteuer für die unglücklichen Testpersonen.  Betrachtet man dann noch die entstandenen Kollateralschäden, versteht man unmittelbar, wie unglaublich komplex die Leistungen der Auge-Hirn-Kombination sind.

Ich habe jetzt das Themenfeld der INSPECT vor Augen und mit der Unterstützung eines erstklassigen Teams freue ich mich auf das Neue, die Herausforderungen und die Chancen. Mir wurde zudem glaubhaft vermittelt, dass die Community, mit der ich jetzt tun habe, ausgesprochen angenehm sei, aber sehr genau und kritisch hinschaue. Nichts anderes würde ich von Experten aus diesem feinen und intelligenten Feld der Technologie und der industriellen Anwendungen erwarten.

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Lohnt die Mühe?

Editorials sind eine tolle Sache – schließlich kann man hier seine Meinung kundtun, ohne dass man danach gefragt wurde. Hinzu kommt der steigende Bekanntheitsgrad durch das Portraitbild, das direkt auf der dritten Seite prangt. Doch frage ich mich manchmal, ob die wohl überlegten Zeilen überhaupt jemand liest. Obwohl: Immerhin hat mich der eine oder andere auf das Editorial, das ich anlässlich meines Wechsels zum GIT Verlag verfasst hatte, angesprochen. Doch die Ernüchterung sollte nicht lange auf sich warten lassen. Denn um herauszufinden, was Sie, lieber Leser, zum Thema Ethernet interessiert, rief ich hoffnungsfroh dazu auf, mir Wünsche und Anregungen per Mail zukommen zu lassen. Dass der Rücklauf mein Postfach nicht sprengen würde, war mir bewusst. Doch dass die Response so gering ausfällt, um nicht zu sagen, gar nicht vorhanden war, stimmte mich ein wenig traurig. Ist es doch unser erklärtes Ziel, dass Sie unsere Texte lesen und nutzen.

Doch aufgeben werden wir nicht. Wir werden Ihnen Seiten an Unternehmen zeigen, die Sie bislang noch nicht kannten. Oder wussten Sie, dass Balluff vor über 90 Jahren Fahrräder und Nähmaschinen reparierte? Wir befragen Experten zu Themen, die die Branche bewegen. Was denken Sie, können Vision-Sensoren komplexen Bildverarbeitungssystemen den Rang streitig machen? Und wir erklären Ihnen, warum Sie Ihren nächsten Flug in 10.000 Metern Höhe ohne jeden Kratzer überstehen werden.

Sie müssen nach dem Lesen dieser messtec drives Automation nicht gleich zu Stift und Papier greifen, um uns Ihr Urteil zu dieser Ausgabe mitzuteilen – eine kurze E-Mail reicht. Mal ehrlich, wie viele E-Mails schreiben Sie pro Tag? 20, 30 oder gar mehr? Vielleicht sind dann auch noch drei Zeilen an unsere Redaktion drin. Zeigen Sie uns, dass sich die Mühe lohnt.

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Kissenschlachten, Top-Models und Lichtgeschwindigkeit

Dr. Peter Ebert und eine Kissenschlacht mit Hannelore Knuts:

Wovon die meisten Männer nur heimlich Träumen war Ende Oktober im Antwerpener Hautbahnhof möglich: Eine Kissenschlacht mit einem Topmodel. Dank einer interaktiven Werbetafel konnten die Zugreisenden und Pendler sich von dem belgischen Top-Model Hannelore Knuts ein Kissen über den Kopf werfen lassen, so dass die Federn danach nur so flogen. Die Aktion war Teil einer Werbekampagne einer belgischen Modemarke. Mit dabei jede Menge Bildverarbeitung.

Zudem stellten Forscher des amerikanischen M.I.T. Media Lab eine Kamera vor, die Licht in Bewegung aufzeichnen kann. Dazu muss die Kamera allerdings knapp eine Trillionen Bilder pro Sekunde aufnehmen, das bedeutet 1018 oder ausgeschrieben 1.000.000.000.000.000.000 Bilder pro Sekunde. Man kann im Internet Aufnahmen bewundern, wie z.B. Licht durch eine Flüssigkeit wandert oder von einer Fläche reflektiert wird.

Immer wieder unglaublich, was heutzutage mit Bildverarbeitung alles möglich ist.

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Hilfe für den Doktor

Dr. Peter Ebert und das SpectroNet-Forum:

Es gibt Veranstaltungen nach denen man sagen kann, dass man wieder etwas gelernt hat. Eine solche war sicherlich das 12. SpectroNet Collaboration Forum. Knapp 30 (!) Vorträgen wurden an diesem Tage die Möglichkeiten der Bildverarbeitung aufgezeigt, die sich zukünftig aufgrund von Smartphones oder dem Internet ergeben. So zeigte z.B. die Firma FotoFinder wie schnell aus einem iPhone ein Dermatologisches Messinstrument werden kann, MVTec beleuchtete die Möglichkeiten einer Kinect-Spielkonsole als BV-System und Kameras zur objektiven Klassifizierung von Brandwunden gibt es inzwischen auch. Wie gesagt faszinierend. Und alle die einen Ratgeber für ihre industriellen BV-Probleme suchen, sollten einfach mal beim Vision Doktor vorbeischauen.

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